Stadt(T)räume. Ein Istanbul-Wochenende in Berlin. Stadtsoziologie und Kultur.
ISTANBUL 2010 Stadtsoziologie und Kultur.
Eine Kooperationsveranstaltung von
Heinrich-Böll-Stiftung (Bildungswerk Berlin), Rosa-Luxemburg-Stiftung, zweiheimisch und dem Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin
im Rahmen von:
- 20 Jahre Städtepartnerschaft Berlin-Istanbul 2009
- Europäische Kulturhauptstadt Istanbul 2010
- Istanbul als Austragungsort des Europäischen Sozialforums 2010
Flyer der Veranstaltungsreihe hier Berlin-Istanbul 2009
In Istanbul schlägt das Herz der Türkei, sagt man. Das Schönste an Ankara, der weit abgeschlagenen Konkurrentin, sei die Rückfahrt nach Istanbul, betonen eingeschworene Bosporus-Fans. Kaum eine andere Metropole hat ihre Besucherzahlen in den letzten Jahren so gesteigert wie die 12-Millionen-Stadt am Goldenen Horn. Doch ist Istanbul nicht nur ein touristisches Highlight. Rasante Entwicklungen sind auch in ökonomischer Hinsicht zu verzeichnen. Istanbul boomt. So lassen internationale Kapitalströme nicht auf sich warten: Deutsche Unternehmen beispielsweise investieren seit Jahren schon in Shopping-Center, in die Automobilindustrie oder in Textilfabriken der Istanbuler Industriezentren. Die Mega-City sei zur wirtschaftlich dynamischsten Metropole Europas geworden, unken allerorts die Medien. Reiselustige aus aller Welt schwärmen von der Istanbuler Kunst- und Musikszene, dem trubeligen Nachtleben in der Mischung aus Vertrautem und Exotik. Istanbul ist trendy. Doch jenseits der glitzernden Einkaufzentren, der angesagten Cafés, Bars und Clubs und der quirligen künstlerischen Melange gibt noch ein ganz anderes Istanbul – das der Menschen, die alltäglich in dem riesigen Ballungsraum leben und überleben müssen: Vertriebene aus Südostanatolien, die mangels attraktiverer Perspektiven ein Auskommen an den Rändern der Stadt suchen und in ihrem Leben noch nie den Bosporus gesehen haben. Junge Queers, die im Schutz der urbanen Anonymität andere Geschlechteridentitäten erproben. Alteingesessene Roma-Familien, deren Wohnquartiere der Aufhübschung der Stadt weichen müssen. Bis auf die Augen verschleierte Frauen, die außer ihrer Nachbarschaft nichts von Istanbul aus eigener Erfahrung kennen. Migrant/innen aus der Provinz, deren ganze Hoffnung in einem schlecht bezahlten Knochenjob in den lokalen Freihandelszonen ruht. Sie alle prägen ebenso das Gesicht einer Stadt in all ihrer schillernden Widersprüchlichkeit.
2009 ist das 20. Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft Berlin-Istanbul, im Jahr 2010 will sich Istanbul als Europäische Kulturhauptstadt präsentieren. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Istanbul soll als die weltoffene und kosmopolitische Boom-Town wahrgenommen werden, als die sie in einschlägigen Magazinen auch portraitiert wird. Wir nehmen dies zum Anlass, der Stadt mit diesem Seminar einen virtuellen Besuch abzustatten, eine Erkundung des Terrains mit verschiedenen Stationen: wissenschaftliche Expertisen aus Stadtsoziologie und Metropolenforschung, politische Perspektiven der Akteure sozialer Bewegungen, flankiert von einem kulturellen Programm mit musikalischen und literarischen Spaziergängen durch den urbanen Raum. Aktivist/innen und Kulturschaffende, denen Istanbul ein besonders lebendiges Feld stadtpolitischer Intervention bietet, sollen auf unserem Seminar zu Wort kommen. Sie werden uns einen Einblick gewähren hinter die Kulissen der Hochglanzmetropole Istanbul und ihrer Partnerstadt Berlin. Unter anderem erfahren wir von Großstadtrock und Ska aus Istanbul, kurdischer Folk- und türkischer Arabeskmusik aus Berlin: In die Kulturszenen der beiden Metropolen eintauchend, können die TeilnehmerInnen mittels Musik ungeheure Vielfalt, Verwirrung, Begeisterung, Protest und Tradition erkunden. Wir widmen uns den kulturell Produktiven aus Istanbul, die in ihren Werken die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Mega-City Istanbul kritisch thematisieren. So verfolgen wir die Wirkung und den Gebrauch von Musik im Kontext der Gestaltung kultureller Identität(en) und sozialer Kämpfe im städtischen Raum am Beispiel von Istanbul und Berlin. Gemeinsam begeben wir uns auf eine Zeitreise von den Anfängen der `Gastarbeitermusik` in Berlin und der Rockmusik in Istanbul in den 70er Jahren bis zu R´n Besk aus Berlin und Punk und Ska aus Istanbul im 21. Jahrhundert. Welche Rückkopplungen gab es durch Remigration von „Gastarbeiter-Musikern“?. Wie tragen Mega-Events wie Şimdi now zu Annäherung oder Segregation bei? Welche Rolle spielt Musik bei der Mobilisierung für soziale Kämpfe im urbanen Kontext? Böse Menschen haben keine Lieder? Wie steht es um die türkische rechtsextreme Musikszene in Berlin? All diese Fragen versuchen wir zu beleuchten und zu erhören.
Termin: 4./5. Dezember 2009
Programm
FREITAG, 4.12.: MUSIKSPHÄREN ZWISCHEN BERLIN UND ISTANBUL
10:00–13:00
TRANSKULTURELLER RAUM BERLIN ISTANBUL
STADTEXKURSION DURCH KREUZBERG
ANMELDUNG ERFORDERLICH: ZWEIHEIMISCH@GMX.DE oder mobil 0176 20129321
14:00 ERÖFFNUNG DER KONFERENZ
14:00–15:30
SAG MIR WAS DU HÖRST, ICH SAG DIR WER DU BIST.
MUSIK ALS MITTEL POLITISCHER POSITIONIERUNG UND MOBILISIERUNG
MIESTE HOTOPP-RIECKE (ZWEIHEIMISCH)
ISTANBUL IN BERLIN: ANALYSE DER INSZENIERUNG EINER GROSSSTADT
NURETTİN ALPHAN TUNCER (ZWEIHEIMISCH)
Moderation: Eva Savelsberg, EZKS Berlin
16:00–17:30
MUSIK(ER) IM KONTEXT VON MIGRATION, SUBKULTUR UND POLITIK
AZIZA A. (MUSIKERIN, DEUTSCH-TÜRKISCHER HIP HOP)
PIERRE HECKER (UNIVERSITÄT LEIPZIG / GEI Braunschweig)

MODERATION: MEHMET GÖKHAN TUNCER (BERLIN GRADUATE SCHOOL OF SOCIAL SCIENCES)
18:00–20:00
BÖSE MENSCHEN HABEN KEINE LIEDER?
POLITISCHE MUSIK IN DER TÜRKEI
NEJAT YAVAŞOĞULLARI (SONGWRITER DER BAND »BULUTSUZLUK ÖZLEMİ«)
FERHAT TUNÇ (MUSIKER UND PUBLIZIST) MODERATION: Dr. CEM DALAMAN (RBB)
SAMSTAG, 5.12.: ISTANBUL: TRÄUME, RÄUME, ZÄUNE
10:30–11:30
METROPOLE ISTANBUL: GLOBALER HYPE LOKALE WELTEN
ÇAĞLAR KEYDER (BOSPORUS-UNIVERSITÄT ISTANBUL)

MODERATION: ANNE STECKNER (ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG)
12:00–14:00
URBAN TRANSFORMATION IN ISTANBUL: EINE KRITISCHE BESTANDSAUFNAHME
ORHAN ESEN (HRSG. «SELF SERVICE CITY: ISTANBUL»/INURA)
JEAN-FRANÇOIS PÉROUSE (UNIVERSITÄT TOULOUSE, Centre d’Histoire du Domaine Turc)
MODERATION: WASILIS VON RAUCH (ILISU AKTIONSKREIS)
14:00–15:00 PAUSE: WARMES BUFFET
15:00–16:00
ART MEETS POLITICS: POLITISCHE KUNST IN ISTANBUL
PELİN TAN (TECHNISCHE UNIVERSITÄT ISTANBUL)

MODERATION: ANNE STECKNER (ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG)
16.30–18.30
FILM: «DAS ANDERE ISTANBUL» MIT REGISSEURIN
DÖNDÜ KILIÇ (NEW LIES PRODUCTIONS)
AUSSTELLUNG: «BECOMING ISTANBUL» MIT KURATORIN
PELİN DERVİŞ (GARANTİ GALERİ)
19:00–21:00
GESCHICHTE(N) EINER STADT. AUF SPURENSUCHE DURCH ISTANBUL
MURAT BELGE LIEST AUS «INTERCITY: BERLIN – ISTANBUL»
MODERATION: ÇAĞLA İLK (FORUM BERLIN ISTANBUL)
Fotoausstellungen während der Konferenz:
»AUGENBLICKE« IN ISTANBUL / VON IRENE MOLINA RODRÍGUEZ
»NACHT« IN BERLIN / VON İBRAHİM COŞKUN
Anmeldung:
Anne Steckner, Tel:030 44310 163; STECKNER@ROSALUX.DE
Infos unter:
www.rosalux.de/istanbul2010 &
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?pn=termine&id=12616 &
www.bildungswerk-boell.de/calendar/VA-viewevt.aspx?evtid=6768&crtpage=1
Mit wem arbeiten wir?
Wir arbeiten zusammen mit Wissenschaftlern, Künstlern und Aktiven der Zivilgesellschaft aus Deutschland, der Türkei und Osteuropa als auch mit Institutionen wie Stiftungen, Universitäten und Wirtschaftsverbänden dieser Länder.
Einzelpersonen:
Wir führten Veranstaltungen durch mit Cem Özdemir, Ralf Fücks, Seyran Ateş. Prof. Dr. Udo Steinbach, Prof. Dr. Swietlana Czerwonnaja, Claudia Roth, Hans-Eckard Wenzel, Konstantin Wecker, Ferhat Tunç, Nejat Yavaşoğulları, Günter Piening, dem Gesandten des Großmuftis der Rußländischen Föderation, Babikov.
Institutionen:
Bisher waren unsere Partner die Heinrich-Böll-Stiftung Deutschland, die Koç-Universität Istnabul, die Bilgi-Universität Istanbul, die Gesellschaft für Osteuropa-Förderung Berlin, das Bildungswerk Berlin der HBS, das Orient-Institut der DMG Istanbul, die Botschaft der Republik Türkei in Berlin, der Unternehmerverband TÜSIAD, der Türkisch-Deutsche Unternehmerverband TDU, der Senat von Berlin / Abt. Integration, Arbeit und Soziales; der Koalition für Frieden und Gerechtigkeit (BAK/Türkei), Helsinki Citizens Assembly Türkei, GLADT e.V. – Verband der Gays & Lesbians aus der Türkei; Mor Çatı – FrauenSchutzStiftung Istanbul; LAMBDA - Verband der Homo- und Transsexuellen Istanbul
Wir organisieren Diskussionsrunden und Besuche bei Parteien des demokratischen Spektrums für Kunden in der Türkei und in Deutschland. So besuchen wir regelmäßig die Regierungspartei AKP und die Oppostionsparteien CHP und DTP in ihren Istanbuler Parteizentralen.
Zweiheimisch-Seminar “Die Türkei in Europa (?)” 29./30. November 2008
Wo: Kottbusser Damm 72,
Berlin-Kreuzberg
4 min. von U-Bhf. Schönleinstr.
Eine Veranstaltung beim Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung e.V., gefördert von der Stiftung Lotto / Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Ein Seminarflyer kann hier heruntergeladen werden.
Zweiheimisch @ German Turkish Future Workshop
Auf dem German-Turkish-Future-Workshop des Goethe-Institutes und der Ernst-Reuter-Initiative am 9. – 11. April 2008 im Henry-Ford-Bau der Freien Universität stellte Mieste Hotopp-Riecke die Aufgaben und Ziele von Zweiheimisch vor. Diskutiert wurden auf dem Workshop Themen wie
Die Input-Referate hielten Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth () und Günter Piening, der Beauftragte des Senats von Berlin für Migration und Integration.
Frau Süßmuth hielt einen Vortrag über die deutsch-türkischen Beziehungen in Wissenschaft und Politik. Herr Piening sprach über die neuesten Entwicklungen und Konzepte in der Integrationspolitik mit Blick auf die Bildungspolitik.
Zweiheimisch @ Netzwerk Türkei: Vortrag und Diskussion zu Militär-Industrie-Komplex OYAK
Am 5. Juno 2008 dikutierten wir mit Gästen des Netzwerkes Türkei über das Themenspektrum OYAK-Militär-Demokratisierung-EU-Beitritt. Die ungewöhnliche Verquickung von Militär und Wirtschaft stellt die Türkei vor besondere Herausforderungen. Der Militär-Industrie-Komplex OYAK ist in einem NATO-Land in seiner Art einzigartig. Auf dem Weg nach EU-Europa wird sich die Türkei von diesem trennen müssen – oder nicht? Geschichte, Aufbau und europäische Vernetzung dieser ungewöhnlichen Allianz waren
Thema des Abends.
Die Referenten N. Alphan Tuncer und Mieste Hotopp-Riecke sind Gründer der Initiative Zweiheimisch,
mit der sie Seminare, Workshops, Studienreisen und Vorträge im Themenspektrum von Turkologie,
European Studies und Politologie anbieten. Tuncer promoviert derzeit zu einem türkeispezifischen Thema, Hotopp-Riecke zu einer tatarischen Thematik.
Beide arbeiten zusammen mit tatarischen Wissenschaftlern am Institut für Caucasica-, Taurica- und Turkestan Studien (ICATAT).
Zweiheimisch on Tour: Mit arabischen Akademikern durch Kreuzberg
In der ersten Junowoche diesen Jahres war eine Gruppe von arabischen, türkischen und deutschen Akademikern in Berlin zu Gast. Im Rahmen des Moduls “Economic, Cultural and Political Relations between Gernamy and the Arab World” des ersten Durchgangs des Master-Kurses “Integrated Water Resources Management” der Jordan University und der FH Köln führten wir die Gäste durch das muslimische Berlin.
Durch die fast fertig gestellte Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee an der Skalitzer Strasse führte uns Herr
Wohin geht die Türkei? Streitfragen zu aktuellen politischen Entwicklungen
Donnerstag, 05.06.08, ab 20:00h

Das Netzwerk Türkei lädt in den Räumen des Kaffees “Gelegenheiten” zu zwei Diskussionsabenden ein. N. Alphan Tuncer und Mieste Hotopp-Riecke, die Gründer der Initiative “Zweiheimisch” machen den Auftakt mit dem Thema “OYAK in Europa – Bleibt der türkische Militär-Industrie-Gigant auf der Strecke?” – Mehr Infos auf der Website von Netzwerk Türkei.
For freedom of expression: Ferhat Tunç & Band. Special guests: Konstantin Wecker & Hans-Eckardt Wenzel
Das Konzert im Rahmen unseres Türkei-EU-Seminars wurde unterstützt vom Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung, rbb/radio multikulti, Relexa-Hotel Stuttgarter Hof, Restaurant Lehmofen in Berlin-Köpenick, Baglama-Müzik, TEK-Döner, Kopierladen Berlin, Buchladen Regenbogen, Fahrschule Schöneberg, KOKA36 KonzertKasse, Fırat Kitabevi, Sansibar KulturManagement, Serdar Reisen.
Veranstaltet von: zweiheimisch@gmx.de
Ein Eindruck bekommen Sie hier (Passionskirche live).
————————————————————————————–
Die Podiumsdiskussion “Freiheit des Wortes – Kunst der Freiheit” – organisiert und veranstaltet von Zweiheimisch - war ein voller Erfolg. Auf dem Podium:
Prof. Dr. Udo Steinbach, Ferhat Tunç, Dr. Cem Dalaman, Nuray Şahin, Cem Özdemir (v.l.n.r.). Die über 200 Gäste wurden begrüßt vom Vorstandvorsitzenden der Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks.
Our Focus Points
N.Alphan Tuncer
International Relations, Theories of International Relations, Critical Theory, International and Domestic Politics of Middle Eastern States, International and Domestic Politics of the European Union, Turkish state/society Complex, Turkish Bureaucracy, Turkish Armed Forces, Turkish Political Parties, The history of Military Coups in Turkey.
Mieste Hotopp-Riecke
Language, History, Networks and Culture of Tatar Peoples, Turkish History, Turkish Languages, Cultural and Socio-political dimensions of Turkish modernisation process, Politics and Culture of former deportated people from Caucasus and Black See region, Kurdish Culture and the Kurdish Languages.
Policy & Art / Discussion “Freiheit des Wortes – Kunst der Freiheit”
Freiheit des Wortes – Kunst der Freiheit
Sözün özgürlüğü – Azadlığın sanatı
4. April 2008, 19.00 Uhr, Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung, Rosenthaler Straße 40/41, Hackesche Höfe, Berlin-Mitte, unterstützt von rbb/radio multikulti, Eintritt frei.
Podium:
Nuray Sahin Regisseurin/Schauspielerin, Paris/Berlin
Ferhat Tunc Musiker/Publizist, Istanbul
Prof. Dr. Udo Steinbach, Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS), Phillips-Universtität Marburg
Cem Özdemir, MdEP, (Gemischter Parlamentarischer Ausschuss EU-Türkei / Ausschuss für bürgerliche Freiheit, Justiz und Inneres)
Moderator: Dr. Cem Dalaman, radio multikulti / rbb
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung
______________________________________________________________
Veranstaltungs-Exposé “Freiheit des Wortes – Kunst der Freiheit”:
Reflexionen über ein schwieriges Verhältnis in Deutschland und in der Türkei.
„Getarnt in die Freiheit“ titelte Michael Thumann seinen Leitartikel in der Zeit zum neuen Eherecht in der Türkei. Mit diesem neuen Gesetz soll unter anderem der Weg in die EU gangbar gemacht werden. Doch dieses gelte nicht überall. Denn die Traditionen leben weiter – samt Zwangsheirat und Polygamie.
Gilt dasselbe für die so genannten Meinungsparagraphen? Wie steht es um die Freiheit des Wortes und der Kunst nach der Verabschiedung von etlichen „Gesetzes-Anpassungs-
Paketen“? Niemand macht Anstalten, den berüchtigten Meinungsparagraphen 301 des
türkischen Strafgesetzbuches abzuschaffen. Unter anderem wurden Anklagen gegen den
später ermordeten armenischen Journalisten Hrant Dink und den Nobelpreisträger Orhan Pamuk aufgrund dieses Gummibandparagraphen vorbereitet. Auch Yaşar Kemal und der Sänger Ferhat Tunç sind immer wieder Angeklagte nach § 301 (Herabwürdigung des Türkentums, der Republik oder des Parlamentes). Insgesamt umfasst der Kreis der vom § 301 Betroffenen etwa sechzig türkische und kurdische Autoren, Musiker und Mitarbeiter der Medien.
Dies alles passiert in den letzten Jahren in einem Klima von steigendem türkischem
Nationalismus aber auch fortgesetzter EU-Beitrittsverhandlungen. Auch wenn
Ministerpräsident Erdoğan sich öffentlich gegen ein Verbot der Partei der Demokratischen Gesellschaft DTP ausgesprochen hat, ist doch in den letzten Monaten klar geworden, dass die regierende AKP gar nicht daran denkt, mit der DTP gemeinsam die kurdische Frage anzugehen. Im Gegenteil: Es ist wieder einmal Krieg in Kurdistan und Anfang Februar 2008 verabschiedete die AKP zusammen mit der rechts-radikalen MHP ein Gesetz für die Aufhebung des Kopftuchverbotes. Erdoğan und seine Partei wollen der DTP und letztlich auch der PKK das Wasser abgraben, indem sie die islamische Karte ausspielen. Kurden oder Türken seien zu aller erst Muslime, so ihre Maxime. Bei der eher konservativen und religiösen kurdischen Bevölkerung verbuchte die regierende AKP bei den Parlamentswahlen im Juli bereits genauso viele Stimmen, wie die linke, explizit kurdische DTP.
Vor diesem komplizierten und manchmal entmutigend erscheinenden Hintergrund möchten wir Künstlern und Schriftstellern aus der Türkei ein Podium bieten, aktuelle Perspektiven für das freie Wort und die Freiheit der Kunst zu reflektieren und mit Vertretern deutscher Politik und Wissenschaft zu diskutieren:
Bietet die EU-Beitrittsperspektive Künstlern in der Türkei die Möglichkeit ihre Rechte
selbstbewusster einzufordern? Wie wichtig ist ein Feedback aus EU-Europa für Künstler in der Türkei?
Vielen Dank für beratende & mediale Unterstützung an Anja Hotopp, FocusOst.
————————————————————————————

SÖZÜN ÖZGÜRLÜĞÜ, ÖZGÜRLÜĞÜN SANATI
Heinrich –Böll Vakfı`nın Galerisi`nde gerçekleştirilen konferansta Türkiye`de iktidar partisi AKP`nin kapatılması davası başta olmak üzere Türkiye`yi yakından ilgilendiren pek çok konu tartışıldı. Bu konular içerisinde Kürt sorunu ve AB ilişkileriyse, konferansın başat konularını teşkil etti.
Türkiye`nin yakın tarihini bilen, Alman Doğu Enstitüsü Başkanı Prof. Dr. Udo Steinbach, AKP`nin kapatılma davasının Türkiye`deki laik ve muhafazakar güçler çatışmasının son halkası olduğunu söyledi. Prof. Steinbach, soruna demokratik çözüm için AB`den ziyade ülke içindeki dinamiklere ihtiyaç duyulduğuna dikkat çekti.
AKP`nin hazırladığı anayasanın özgürlükler noktasında daha geniş kapsamlı olması gerektiğini kaydeden Steinbach, buna azınlıkların haklarının da dahil olduğunu ifade etti:
“Aslında Kürt sorunu AB ile yakınlaşma sürecini de fazlasıyla ilgilendiriyor. Biliyoruz ki tutucu Kemalistler, hic bir zaman bu yakınlaşmadan hoşnut olmamışlardır. Çünkü sözkonusu yakınlaşma Kürt sorununa dair ilerlemeyi de gerektirmektedir. Tıpkı kağıt üzerinde gercekleştirilen Kürtce`nin özgürlestirilmesi gibi.En basindan beri yani 2005`te PKK ve Türk askeri arasinda meydana gelen çatışmalardan beri, Kürt sorunu ya da PKK sorunu hem ülke içindeki güçlerin hem de AB Türkiye ilişkilerinin bir parçası haline gelmiştir.“
Avrupa Parlementosu Yeşiller milletvekili Cem Özdemir, AB`nin de Türkiye vatandaşları gibi gelişmeleri endişeyle karşıladıklarını belirterek, sorunlara parti kapatma yerine demokratik yollardan çareler aranmasının doğru olacağını kaydetti. Özdemir AKP`nin daha geniş kapsamlı bir anayasa hazırlaması gerektiğini; özgürlükleri türban özgürlüğüyle sınırlamanın ülkedeki bazı kesimleri endişeye düşürdüğünü söyledi. Avrupa Parlementosu Yeşiller milletvekili ayrıca, bugün gelinen noktada, çözüm için toplumsal bir uzlaşmanın şart olduğunu dile getirdi:
“Çözüm toplumsal uzlaşmadır. Örneğin CHP, türban yasağını kaldırmalıydı. AKP Madımak Hoteli`ni müzeye dönüştürmeliydi. MHP Ermeni meselesini çözmeliydi. Tüm partiler Kürt sorununu ortadan kaldırmalıydı. Tüm bunların yanı sıra demokratikleşme yükünün de AKP`ye ağır geldiğini unutmamak lazım. Bu yüzden AKP`nin karşısına ya da yanına yüzünü AB`ye çevirmiş, seküler Avrupa normlarında bir sosyal demokrat parti gelmeli…“
Müzisyen Ferhat Tunç, AKP`nin seçim öncesi gerçekleştirdiği Kürt açılımına rağmen yeni anayasada bu konuyla ilgili ciddi bir adım atmadığına ve K.Irak operasyonuna işaret ederek, AKP`nin Kürt toplumunda hayalkırıklığı yaşattığını söyledi. Ferhat Tunç bunun yanı sıra, Güney Doğu`daki son Nevruz kutlamalarına atıfta bulunarak Kürt sorununun PKK ve Öcalan`dan bağımsız düşünülemeyeceğini ifade etti.
Avrupa Parlementosu Yeşiller milletvekili Cem Özdemir ise, ülkede çözümsüzlük üreten Türkler`e ve Kürtler`e ait iki ayrı derin devlet olduğunu belirterek, Kürt sorununa demokratik, uzlaşmacı çözüm üretmeye çalışan Kürt kökenli aydınların Kürt derin güçleri tarafından sekteye uğratıldıklarını öne sürdü.
Alman Doğu Enstitüsü Başkanı Prof. Dr. Udo Steinbach, da sivil, özgürlükçü bir anayasayla başta Kürtler olmak üzere ülke içindeki tarafların uzlaşacağını, Türkiye`nin selayeti için de bunun kaçınılmaz olduğunu vurguladı.
Özlem Coşkun, radio multikulti, BerlonBrandenburgBroadcast, 7 Nisan 2008
-
Recent
- Stadt(T)räume. Ein Istanbul-Wochenende in Berlin. Stadtsoziologie und Kultur.
- Mit wem arbeiten wir?
- Zweiheimisch-Seminar “Die Türkei in Europa (?)” 29./30. November 2008
- Zweiheimisch @ German Turkish Future Workshop
- Zweiheimisch @ Netzwerk Türkei: Vortrag und Diskussion zu Militär-Industrie-Komplex OYAK
- Zweiheimisch on Tour: Mit arabischen Akademikern durch Kreuzberg
- Wohin geht die Türkei? Streitfragen zu aktuellen politischen Entwicklungen
- For freedom of expression: Ferhat Tunç & Band. Special guests: Konstantin Wecker & Hans-Eckardt Wenzel
- Our Focus Points
- Policy & Art / Discussion “Freiheit des Wortes – Kunst der Freiheit”
- For freedom of expression: Ferhat Tunç & Band. Special guests: Konstantin Wecker & Hans-Eckardt Wenzel
- What we stand for.
-
Links
- Institut für Turkologie, FU Berlin
- TESEV Foundation for econoical and social issues Turkey
- Turkey Studies Center, University Essen, Germany
- Counter currents
- Bianet
- Heinrich Böll Stiftung
- The Turkology Update Leiden Project – University of Leiden
- Netzwerk Türkei
- H Soz U Kult – Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften
-
Archives
- June 2009 (1)
- February 2009 (1)
- November 2008 (1)
- September 2008 (2)
- June 2008 (2)
- March 2008 (4)
- January 2008 (6)
-
Categories
-
RSS
Entries RSS
Comments RSS















